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SEHR GUT
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... oder – wie gut ist ein „guter Zustand“?

„Guter Zustand“ – wer Oldtimer-Inserate liest, kommt an dieser Formulierung nicht vorbei. Doch der Begriff ist seiner Natur nach recht dehnbar, was eine exakte Definition des Zustandes nicht einfach macht.

Etwas genauer sind Zustandsnoten, die zumindest an einigen festen Kriterien definiert sind.

Bei (jungen) Gebrauchtwagen ist die Festlegung noch recht überschaubar:

Alter und Kilometerstand sind hier die preisbildenden Faktoren, die von eventuellen Unfallschäden oder guter Ausstattung nach unten oder oben korrigiert werden. 

© 2019 Christian Hinzmann für Oldtimer-Ankauf-Online.de
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Bei Oldtimern wird die Preisfindung jedoch deutlich komplexer, denn jeder Verkäufer verbindet einen emotionalen Wert mit seinem Fahrzeug und rechnet dabei auch gern die eigene geleistete Arbeit in den Preis ein, was nicht selten zu Preisvorstellungen führt, die weit vom Marktgeschehen entfernt sind (dies ist mitunter auch bei gewerblichen Verkäufern zu beobachten). 

Neutrale Wertermittlung aus zwei Quellen.

Eine relativ zuverlässige Messgröße dafür, welcher Preis für welchen Zustand angemessen ist, bieten offizielle Preistabellen. Die Bewertungsorganisation „Classic Data“ und ähnliche Unternehmen stellen hierfür jährliche Bewertungen zusammen, die sich zum einen auf eigene Marktbeobachtungen, zum einen auf die Urteile von Experten stützen.

© 2019 Christian Hinzmann für Oldtimer-Ankauf-Online.de
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Die Basis für diese Experten-Urteile bilden durchgeführte Wertgutachten des jeweiligen Fahrzeugtyps, die bis zu 150 abgeprüfte Punkte umfassen können. Daraus ergibt sich eine Zustandsnote nach dem bekannten „Schulnoten“-Schema 1 bis 5, wobei diese auch in Dezimalwerten abgestuft werden kann, um den Marktwert möglichst genau zu bestimmen.
Die Bewertung jedes einzelnen Fahrzeugs gibt dem Besitzer und seiner Versicherung Aufschluss über den Marktwert.

Die Masse aller geprüften Fahrzeuge dieses Typs fließen in die Preistabelle für diesen Fahrzeugtypen ein.

Eigene Marktbeobachtungen von Bewertungsorganisationen stammen ihrerseits aus mehreren Quellen: Auktionsergebnisse sind hier ebenso relevant wie Informationen aus Markenclubs oder Verkäufe namhafter Händler.

© 2019 Christian Hinzmann für Oldtimer-Ankauf-Online.de
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„Weiche Faktoren“ in der Preisbildung

Wie oben beschrieben, finden Zustandsbewertung und preisliche Einordnung über „Schulnoten“ von 1-5 und dazwischen liegende Abstufungen statt.

Doch wie bei Schulnoten gibt es auch hier oft ein gewisses Diskussionspotenzial, denn ein gegebener Zustand kann oftmals auf verschiedene Art und Weise bewertet werden. 

Hier stellt sich die Frage, ob ein möglicher Interessent ein Fahrzeug wünscht, dass im Neuwagenzustand (oder sogar besser) dasteht, oder ob der Oldtimer auch einige Spuren der Jahre tragen darf. 

Während gute Noten lange Zeit nur an komplett restaurierte, oder fast „unberührte“ originale Fahrzeuge vergeben wurde, ist seit einigen Jahren der Trend zu beobachten, dass auch eine gewisse Patina am Oldtimer durchaus positiv bewertet wird. 

© 2019 Christian Hinzmann für Oldtimer-Ankauf-Online.de
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Dieser Trend wird in großen Teilen der Szene positiv aufgenommen. Es gilt jedoch von Fall zu Fall zu unterscheiden, wo die Grenze zwischen Patina und Abnutzung zu ziehen ist.

Am Ende ist der Oldtimer-Kauf jedoch eher eine Sache des Herzens als eine reine Kopf-Entscheidung. Es ist von Vorteil, dass Preistabellen renommierter Organisationen hier eine Leitlinie geben, doch am Ende entsteht der Preis für ein Fahrzeug im Dialog zwischen Verkäufer und Interessenten.

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